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Bautagebuch

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Das Bauschild wird ausgehängt, ein Gerüst mit Schuttrutsche installiert: Nach rund einjähriger Planungsarbeit kann nun auch die denkmalgerechte Innensanierung der Villa Schönfeld beginnen.

Bereits 2004 musste das Gebäude wegen dringenden Sanierungsbedarfs geschlossen und geräumt werden. Die Museumssammlung wurde eingepackt und in das neue Zentraldepot eingelagert. Die seit 1982 als Denkmal eingetragene Villa wurde außen fachgerecht wiederhergestellt.

Nachdem der Rat Ende 2010 beschlossen hatte, dass die Villa mit Hilfe einer Spende des Ehepaars Grace und Fritz Streuber für die Präsentation der Stadtgeschichte wieder hergerichtet werden soll, begannen die Vorbereitungen für die denkmalgerechte Innensanierung. Die auf Baudenkmäler spezialisierte Architektin Dipl.-Ing. Cornelia Lange entwickelte ein Restaurierungs-, die Museumsleiterin Sonja Langkafel ein Museumskonzept. Die Spende von 500 000 Euro, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch verwaltet wird, steht seit Mai in voller Höhe für das Projekt zur Verfügung.

 

  Gemälde in halbgeöffneter Schutzverpackung

 

   


                                         Viktor Keitel bringt den Glanz auf die Treppe

 

 fertige, glänzende Treppe

 

Emilie und Helene Schönfeld mit Besuch im Garten, der bis zum Stadtgraben reichte

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 06. Mai 2013

Die Bauhandwerker verlassen die Villa

Als letzte haben die Maler ihre Arbeit beendet. Sie sind es, die auch der Treppe ins Obergeschoss den letzten Glanz gegeben haben. Die Restaurierung des Treppenaufgangs vom Abbruch einer Wand über die Entfernung des PVC-Belages bis hin zur Aufarbeitung des Holzes hat Tischler und Maler viele Stunden Arbeit gekostet und vom Beginn der Bauarbeiten bis jetzt, kurz vor Eröffnung des Hauses, gedauert.

 

Nun, wo die Handwerker gegangen sind, sind die Museumsleute gefragt, um die Arbeit am begehbaren Exponat „Villa Schönfeld“ zu vollenden. Der Fachmann für Medien- und Ausstellungstechnik Harald Wurm von der Engeraner Firma „Audiovisuelle Kommunikation“ arbeitet mit der Museumsleiterin an zwei Bildpräsentationen, die die Geschichte des gründerzeitlichen Bauwerkes veranschaulichen. Die eine wird die Entwicklung vom Wohnhaus zum Museum und Baudenkmal visualisieren, die andere den bis auf wenige Spuren verschwundenen Villengarten wieder sichtbar machen. Der Schatz, aus dem sie schöpfen können, ist die reiche bildliche Überlieferung, die die Nachfahren der Bewohnerinnen und Bewohner der Villa bewahrt haben.

     


                                         Malerin tupft Farbe durch die Schablone

 

 Maler trägt Rundbögen, deren Ränder rot abgeklebt sind, auf

 

Wanddetail der Oberlichthalle am 10. April

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 11. April 2013

Es wird noch schöner

Vor vier Wochen beendeten die Parkettleger ihre Arbeit. Den Boden der Halle ziert seitdem ein geometrisch gemustertes Parkett. Aber noch ist sie nicht fertig; die Maler legen noch einmal Hand an. Damit der kostbare Bodenbelag keinen Schaden nimmt, haben die Mitarbeiter der Firma Stenner & Keitel ihn abgedeckt, während sie die Wandgestaltung in der zentrale Oberlichthalle vollenden. Ausgehend von historischen Fotos und restauratorischen Befunden rekonstruieren sie auf dem braunen Grundanstrich die ornamentale Jugendstilmalerei. Außerdem deuten sie durch Farbfelder und Streifen die verloren gegangene Gewölbedecke und Heizungsverkleidung an, damit der ursprüngliche untere und obere Abschluss der geometrisch gemusterten, pfeilerartigen Malereien erkennbar wird.

 

Mit Hilfe einer Schablone bringt die Malerin zunächst die herzförmige Grundstruktur der vertikalen Malereien auf die Wand auf. In mühevoller Arbeit wird die Farbe mit einem dicken Pinsel durch die Schablone auf die Wand getupft. Anschließend werden kleine füllende Details und der Rand aufwändig mit der Hand nachgemalt. Die Gewölbedecke wird durch runde und spitze Bögen angedeutet, deren Ränder mit rotem Band abgeklebt werden, bevor der Maler sie mit dunkelbrauner Farbe aufträgt. Wenn die Mitarbeitenden der Firma Stenner & Keitel die Pinsel sinken lassen, wird die beachtliche historistische Gestaltung der Halle, zu der neben dem Parkett und der sehenswerten Wandgestaltung auch die mit Holzimitationsmalerei aufgewerteten Türen, Geländerbaluster und die Kassettendecke gehören (siehe Beiträge vom 14.9., 5. und 14.12.2012), wieder nachvollziehbar sein. Auf dem Museumsfest anlässlich der Eröffnung am 26. Mai 2013 wird die Halle als Bühne für die Darbietung der Nordwestdeutschen Philharmonie und die Lesung von Michael Helm dienen.

     


                                         Der Tischler presst Geländerstab mit kleinem Keil in den Handlauf

 

 geschliffenes und geöltes Parkett in der Halle

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 13. März 2013

Was lange währt wird richtig gut

Im Januar haben die Tischler der Firma Mühlenhof die Böden und Stufen der historischen Holztreppe in mühsamer Kleinarbeit freigelegt (siehe Beitrag vom 22. Januar 2013). In der letzten Woche haben sie mit dem Einbau des rekonstruierten Treppengeländers auf dem Treppenabsatz im Obergeschoss die Fertigstellung des Treppenhauses einen weiteren Schritt vorangebracht. Die originalgetreu nach dem historischen Vorbild gedrechselten Pfosten und Stäbe umrahmen wie früher das Treppenauge. Die im Abstand von 12 cm in den Handlauf eingeschobenen Stäbe hat der Tischler mit einem kleinen Keil fest eingepresst. Es fehlt jetzt nur noch die Bierlasur.

 

Das Werk der Parkettleger ist dagegen bereits vollendet. Rund 6500 Parkettstäbe in der Halle sind verlegt. Die Fläche wurde zweimal geschliffen und zum Abschluss geölt und poliert. Auch das Parkett im ehemaligen Esszimmer glänzt nach dem Polieren.

     


                                         Udo Tischka verlegt die ersten Quadrate

 

 Vergleich mit dem historischen Foto

 

Das Muster wächst langsam

 

 

 

 

 

Donnerstag, 21. Februar 2013

Mit Parkett und Teppich zur vollendeten Raumhülle

Die Maler haben dem Gebäude in den vergangenen Wochen bereits einen großen Teil seiner ursprünglichen Farbigkeit und Wohnlichkeit zurückgegeben. Im ehemaligen Esszimmer und in der zentralen Halle wurde parallel dazu mit der Verlegung des Parketts begonnen. Die Ausstattung der anderen Räume mit Teppichboden folgt im März. Verschiedenfarbige Anstriche an Wänden und Decken, die Bierlasuren auf den Türen und die darauf abgestimmten unterschiedlichen Bodenbeläge werden am Ende jedem Raum die vollendete Hülle geben. Bis es soweit ist, müssen die Parkettleger aber noch viele Holzstäbe passend zusägen und dann zu dem komplexen Muster, das nach historischem Vorbild in der Oberlichthalle verlegt werden soll, zusammenfügen. 

 

Ganz wesentlich ist dabei der richtige Anfang. Das erste verlegte und mit Kleber fixierte Feld bestimmt die Lage von jedem weiteren. Genaues Ausmessen, exaktes Berechnen und immer wieder das Vergleichen mit dem historischen Foto sind unerlässlich. Ist die Mittelachse ermittelt und mit einer roten Schnur markiert, setzt Udo Tischka von der Firma Lüke Parkett ein erstes Quadrat aus hellem Eschenholz und dunklem Wengé zusammen. Weitere, aus waagerecht gestreiften Dreiecken bestehende Quadrate folgen. Ein rechtwinklig zugesägtes Brett sorgt zusätzlich zur Schnur für die Einhaltung des 90°-Winkels. Um das ursprünglich in der Halle vorhandene Muster getreu abzubilden, werden diese Quadrate mit anderen kombiniert, die aus senkrecht gestreiften Dreiecken konstruiert sind. Der Vergleich mit der historischen Vorlage sorgt für den richtigen Anschluss der anders gemusterten Vierecke. Sieben unterschiedlich geformte Stäbe aus zwei Holzarten sind zurecht zu schneiden. Allein von den kleinsten Ecken werden 1420 Stück benötigt.

     


                                         3 Räume mit ihren Farben und Materialien auf einen Blick

 

 Farbige Vielfalt in 6 Räumen

 

 

 

 

Samstag, 2. Februar 2013

Farben, Materialien und Licht ...

... sind als Gestaltungselemente aus der bürgerlichen Wohnkultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Die Villa Schönfeld ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Der Restaurator Veith Grünwald hatte 2009 zahlreiche alte Farbschichten sowie gemalte Zierelemente freigelegt. Die Maler haben während der denkmalgerechten Sanierung noch zusätzliche Farbfassungen entdeckt. Eine überraschende Vielfalt ist zu Tage getreten. Und doch sind längst nicht alle früheren Wandfassungen und Verzierungen überliefert. Es konnten zum Beispiel keine Reste der alten, auf Fotos erkennbaren Tapeten gefunden werden.

 

Die durch die Forschungen sichtbar gemachte ursprüngliche Farbigkeit im Inneren der Villa war seit dem Einzug des Museums 1941 zunehmend verschwunden. Weiße Wände sollten – wie heute noch in vielen Museen üblich – den Hintergrund für die Ausstellungsstücke abgeben. Die dunklen Holztüren und Decken wurden, da der Kontrast zu hart erschien, ebenfalls weiß gestrichen. Das neue Gestaltungskonzept für die Villa strebt auf der Grundlage aller Untersuchungsergebnisse eine Annäherung an die frühere Kombination aus unterschiedlich farbigen Wänden und Decken sowie verschiedenen Materialien an. Zusammen mit dem Raumgefüge und dem Lichteinfall machten sie einen ganz wesentlichen Teil der Raumwirkung und des wohnlichen Charakters des Hauses aus.

     


                                         zentimeterweises Abtragen des Klebers auf der Galerie

 

 sorgfältiges Entfernen der alten Farbe auf der Treppe

 

Auftrag der Holzimitationsmalerei mit Spezialpinseln und Modler

 

 

Dienstag, 22. Januar 2013

Restaurieren ist nichts für Ungeduldige

Mit dem Schleifen des Dielenbodens auf der Galerie und dem Ölen der Böden und Treppenstufen werden die Tischler des Restauratorenbetriebs Mühlenhof in dieser Woche die denkmalgerechte Aufarbeitung von Treppe und Galerie abschließen. Die Fotos zeigen, dass viele Stunden mühsamer Freilegearbeit notwendig waren, um so weit zu kommen. Der Kleber des entfernten PVC-Belags musste zentimeterweise abgetragen, der alte Ölanstrich mit Hilfe eines Föns streifenweise abgekratzt werden. Bei den regelmäßigen Baubegehungen konnte man den zwar langsamen, aber stetigen Fortschritt der Arbeit verfolgen. Für die aufgewendete Geduld und Sorgfältigkeit gebührt den Handwerkern große Anerkennung.

 

Auch den Malern, die derzeit den Türen aus einfachem Kiefernholz in mehreren Arbeitsschritten das Aussehen edler Hölzer verleihen, ist großer Respekt zu zollen. Hochkonzentriert handhaben sie die verschiedenen Spezialpinsel und Modler, die für die Holzimitationsmalerei erforderlich sind. Sie werden noch etliche Tage benötigen, bis sie allen 12 Türen durch die Lackierung den letzten Schliff gegeben haben. Ihre Arbeit wird – wie übrigens alle Bau- und Restaurierungsarbeiten – fotografisch oder filmisch dokumentiert, um den zukünftigen Besucherinnen und Besuchern der Villa Schönfeld historische Bau- und Handwerkstechniken zeigen zu können.

     


                                         oberer Treppenlauf mit Geländer

 

 

abgeschliffene Treppenstufen mit Spuren des ehemaligen Geländers

 

 

 

Samstag, 12. Januar 2013

Die Weihnachtspause ist vorbei

Die in der Villa Schönfeld arbeitenden Firmen haben ihre Weihnachtsferien beendet und sind wieder tätig. Das Brandschott im Erdgeschoss, das das Treppenhaus im Brandfall rauchfrei halten soll, wurde fertig installiert und bereits hinter Gipskartonwänden "versteckt". Die Tischler haben alle Türen eingebaut, die die Maler bereits für die Maserierung (Holzimitation mit malerischen Mitteln) vorbereitet haben. Jetzt arbeiten sie die Treppe und den Holzfußboden auf der Galerie auf. Dabei sind sie auf einen weiteren wichtigen Befund gestoßen.

 

Nachdem der alte PVC-Boden abgenommen und die darunter liegenden Holzstufen abgeschliffen worden sind, kann man erkennen, dass der Unterlauf der Treppe ursprünglich das gleiche Geländersystem besaß wie der obere Treppenlauf, bei dem wir es heute noch bewundern können. Auch dort stand ein stärkerer runder, reich profilierter Pfosten am Antritt und dünnere, ebenfalls kunstvoll gedrechselte Geländerstäbe waren in jede Treppenstufe eingelassen. Davon zeugen die mit kleinen Holzklötzen verschlossenen Aussparungen auf den Stufen. Der Pfosten am Antritt hat zusätzlich einen kreisförmigen Abdruck hinterlassen.

 

Damit wird die Vermutung des Bauhistorikers Dr. Bernd Adam zu der gesicherten Erkenntnis, dass die Wand, die heute das Treppenhaus vom Vestibül (dem ursprünglichen Eingangsbereich der Villa) abschirmt, nachträglich eingebaut wurde (vgl. Beitrag vom 28. September 2012). Dieser Eingriff von 1948/49 hat – ebenso wie die in den 1960er Jahren auf der Treppe aufgestellte dünne Wand (vgl. Beitrag 1. Juni 2012) und die Schließung des Treppenauges – die Großzügigkeit des Entrees massiv beeinträchtigt. Durch die denkmalgerechte Restaurierung wird sie nun wieder sichtbar.

     


 hellblaue Spirale auf dunkelblauem Grund

 

geometrische Malerei im Erdgeschoß der Halle

 

Halle mit Malerei, die Pilaster neben den Türen vortäuscht

 

Freitag, 14. Dezember 2012

Ganz nah am Forschungs- und Arbeitsprozess dran

Liebe Leser und Leserinnen,

 

das Bautagebuch lässt Sie fast eins zu eins an der denkmalgerechten Restaurierung der Villa teilhaben. Das heißt, Sie erleben auch den Diskussionsprozess mit, der die denkmalpflegerischen Entscheidungen begründet. Er ist nicht immer ganz einfach und führt häufig erst nach mehreren Runden mit wechselnden Fachleuten in die richtige Richtung. Und manchmal säumen diesen Weg auch Irrtümer. Nicht jede Spur wird auf Anhieb richtig gedeutet: Deshalb möchte und muss ich Ihnen heute ein paar neue Erkenntnisse mitteilen, die den Bautagebuch-Eintrag aus der letzten Woche betreffen.

 

Der erst vor kurzem freigelegte blaue Befund an der Kassettendecke muss nach eingehenderer Betrachtung und nach dem Urteil eines Kunstsachverständigen anders beschrieben und gedeutet werden: Es sind tatsächlich hellblaue Spiralen auf dunkelblauem Grund. Sie entsprechen in der Form der geometrischen Malerei, die Pilaster im Erdgeschoss der Halle vortäuscht. Diese hat ein Fachmann für Stilkunde eindeutig als reinen Jugendstil der geometrischen Richtung identifiziert. Er nimmt eine grundlegende Modernisierungsphase der Halle zwischen 1910 und 1914 an.

 

Die bauzeitliche Fassung ist nicht mehr zu rekonstruieren, da nur noch auf der Wand der Galerie eine ältere (wirklich bauzeitliche- ?) Farbschicht entdeckt werden konnte. Leider mussten wir feststellen, dass an der Holzdecke und dem Geländer ebenso wie an der Wand im Erdgeschoss ältere Farbfassungen im Rahmen von gründlichen Renovierungen verloren gegangen sind. Das ist sehr bedauerlich. Gleichzeitig bestärkt uns diese Befundlage und das Urteil des Kunstsachverständigen in unserem Ziel, den ästhetischen Charakter der Villa im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wiederherzustellen.

 

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal. Bleiben Sie uns treu und lassen Sie doch auch Menschen in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis hautnah an der Restaurierung teilhaben: Senden Sie einen Link per Email (Schaltfläche auf der Seite oben rechts über dem Foto).

 

Ihre Sonja Langkafel

     


 neu freiglegter Befund in Brauntönen

 

neue Bierlasur

 

freigelegter Befund in Blau mit Spiralen

 

Mittwoch, 05. Dezember 2012

Dunkler und in unterschiedlichen Brauntönen…

… präsentiert sich der von Götz Keitel neu freigelegte Befund an der Decke in der Oberlichthalle und unterscheidet sich damit stark von dem bisher entdeckten lichten Ocker. Folgerichtig haben sich Architektin, Denkmalpfleger, Museumsleiterin und Restaurator auf ein neues Farbkonzept für die hölzerne Kassettendecke (Felderdecke) geeinigt. 

 

Der neue Anstrich greift den goldbraunen Grundton der Kassettendeckel auf. Die Profilierung am Übergang vom Deckel zu den senkrechten Felderseiten wird ebenso wie die Balkenunterseiten in einem dunkleren Braunton davon abgesetzt. Die Farben werden wie beim Original als Bierlasur aufgetragen, so dass auch wieder der Eindruck einer Holzmaserung entsteht (vgl. die Beiträge vom 12. November und 14. September). Auf den am Befund zu sehenden rotbraunen Begleitstrich wird, da zu aufwändig, allerdings verzichtet. 

 

Die zukünftige Farbgebung basiert damit auf der jüngsten nicht-weißen Fassung, die in Form eines Befundfensters für die Museumsbesucherinnen und -besucher sichtbar sein wird. Unter dieser Fassung entdeckte Götz Keitel noch eine ältere, aus der Bauzeit stammende: Dunkelblaue Spiralen auf hellblauem Grund, die in einer goldfarbenen Raute enden. Da dieser an den nachtblauen Himmel erinnernde Anstrich nicht zu der Zielsetzung, den Charakter der Villa zwischen 1905 und 1935 sichtbar zu machen, passt (vgl. Beitrag vom 12. November), beeinflusst er das aktuelle Farbkonzept nicht. Er wird allerdings in einem Befundfenster zu sehen sein.

     


 Saucière aus dem Geschirr Blaue Olga

 

Götz Keitel streicht Farbmuster neben die Befundfenster
 

 

 

Sonntag, 25. November 2012

Die „Blaue Olga“ für alle Tage ...

... und die Vielfalt der Farben in der Villa sind die Themen des heutigen Bautagebucheintrages. Bereits am „Tag des offenen Denkmals“ brachte ein Verwandter der Familie Schönfeld als Überraschung eine Saucière mit. Sie gehört zusammen mit einer Schüssel zu dem Geschirr, das die Familie Schönfeld täglich benutzte. Das für den häuslichen Gebrauch als günstiges Massenprodukt auf den Markt gebrachte Geschirr wurde von 1910 bis ungefähr 1940 von der Firma Villeroy & Boch in Dresden gefertigt. Die beiden geschenkten Teile sind am Boden mit dem bis 1918 gebräuchlichen Farbstempel gekennzeichnet. Beide konnte das Städtische Museum als Geschenk in seine Sammlung aufnehmen.

 

Mit seinem Jugendstildekor passt das Geschirr sehr gut zu den ornamentalen Wandmalereien, die der Restaurator 2009 in der Oberlichthalle freigelegt hat. Diese Schablonenmalereien werden zusammen mit den vielen verschiedenen Farbbefunden, die die Villa aufzuweisen hat, in der kommenden Woche erneut die Architektin, die Denkmalpfleger, die Museumsleiterin und die Restauratoren beschäftigen. Nach einem ersten Abstimmungsgespräch (siehe Eintrag vom 12. November) hat Götz Keitel von der Firma Stenner & Keitel Farbproben gemischt und zur Bemusterung neben den Befundfenstern auf die Wand gestrichen. Anhand der Bemusterung wird abschließend entschieden, welche Farben die einzelnen Räume erhalten. Außerdem hat Keitel in der repräsentativen Oberlichthalle an der hölzernen Tragekonstruktion der Glas-Decke einen weiteren, überraschenden Bemalungsbefund freigelegt. Es ist nicht auszuschließen, dass er zu einer Änderung des am 12. November festgelegten Farbkonzeptes führen wird. Aber dazu mehr im nächsten Bautagebucheintrag.

     


 Wand mit neuem Farbbefund

 

geometrische Verzierung auf blauem Grund
 

 

 

Freitag, 16. November 2012

Neuer Befund im Esszimmer

Die Maler entdeckten bei den Vorbereitungsarbeiten an den Wänden einen neuen Befund im ehemaligen Esszimmer. Durch die restauratorischen Untersuchungen des Jahres 2009 ist bereits bekannt, dass dieser Raum vor der herausragenden Holzimitationsmalerei (siehe Beitrag vom 8. Juni 2012) in leuchtendem Blau erstrahlte. Die damals angelegten Befundfenster ließen einen einfarbigen (monochromen) Anstrich vermuten. Der neue Befund zeigt allerdings, dass zumindest der Wandabschnitt zwischen den beiden Fenstern zur Gartenseite zeitweise durch eine geometrische Verzierung aus unterschiedlich breiten roten Streifen bzw. Linien betont war.

 

Dieser Wandabschnitt liegt genau gegenüber der Tür zur Oberlichthalle, die im Zuge der Restaurierungsarbeiten wieder geöffnet worden ist (siehe Beitrag 22. Mai 2012). Damit fiel der Blick von Gästen, die das Esszimmer betraten, sofort auf diesen Bereich. Die beiden Fenster zum Garten, die ihn flankieren, waren ehemals Türen, durch die man in den 1944/45 zerstörten Wintergarten gelangte. Dieser Teil der Wand forderte eine Akzentuierung in dem Raum, der sonst durch monochrome Flächen bestimmt war, geradezu heraus.

 

In Absprach mit der Denkmalpflege wurde der Befund gründlich dokumentiert und entschieden, dass ein weiteres Befundfenster in diesem Raum den Besuchern dieses Gestaltungselement sichtbar machen soll.

     


 Maler auf der Galerie

 

Elektriker im Betriebsraum
 

 

 

Montag, 12. November 2012

Die Maler sind da ...

... und haben in der vergangenen Woche begonnen, der Villa ein neues farbiges Gesicht zu geben. Zunächst bereiten sie die Untergründe vor: Feine Risse spachtelt ein Mitarbeiter der Firma Stenner & Keitel bei, gröbere putzt er mit Lehm zu; einer seiner Kollegen glättet Unebenheiten auf den Wänden, die von alten Anstrichen und Putzarbeiten herrühren; andere Maler säubern Wände und hölzerne Bauteile vom feinen Baustaub, der sich in den vergangenen Monaten über alles gelegt hat. Dann werden die Holzteile angeschliffen.

 

Gleichzeitig stimmen die Architektin Cornelia Lange und die Museumsleiterin Sonja Langkafel erfolgreich die Farbigkeit der einzelnen Räume mit der Herforder Denkmalpflegerin Bettina Lange und dem Münsteraner Denkmalpfleger Hartmut Ochsmann ab. Ihr Konzept stützt sich insbesondere auf die restauratorischen Befunde von 2009 (siehe Beitrag vom 8. Juni) sowie die fotografische Überlieferung. Ziel ist es, eine Farbigkeit herzustellen, die den Charakter der Villa zwischen 1905 und 1935 sichtbar macht.

 

In weiteren Schritten werden die Mitarbeiter der Firma Stenner & Keitel die unter dem letzten weißen Anstich verborgenen historischen Farbanstriche mit einer Glasvliestapete sichern und dann die Räume nach den Vorgaben streichen. Kein Zimmer glich dem anderen und auch Wände und Decken waren jeweils unterschiedlich farbig gestaltet. Die Holzbauteile werden sie mit einer Bierlasur versehen. Diese Lasur ist eine historische Imitationstechnik für Holz, bei der die Farbpigmente in Bier eingerührt werden. Sie wird die Türen aus einfachem Nadelholz so aussehen lassen als seien sie aus hochwertiger Eiche gefertigt.

 

Auch wenn die Maler momentan das Bild der Baustelle beherrschen – im Hintergrund widmet sich Herr Brocks von der Firma Generotzky den elektrischen Feinarbeiten. Stunde um Stunde legt er im neuen Betriebsraum die Kabel auf die Verteilung.

     


 Zwischendecke aus Glas in der Oberlichthalle

 

 

 

Freitag, 09. November 2012

Ursprüngliche Glasdecke bleibt (vorerst) ein Rätsel

Eine verglaste Zwischendecke trennt die beiden unteren Geschosse der Halle, die im Zentrum der Villa liegt, von ihrem oberen Teil im Dachgeschoss. Heute besteht diese Decke aus dem ursprünglichen hölzernen Tragwerk und mattiertem Drahtglas, das Ende 1949 von dem Herforder Glasermeister Karl Hofmann eingesetzt wurde. Wie die ursprüngliche Verglasung beschaffen war, welche Farbigkeit sie hatte, ist leider nicht dokumentiert. Durch die Glasdecke fällt Tageslicht, das durch den gläsernen Dachaufsatz in das Gebäude eintritt, und sorgt somit für die Beleuchtung des größten (55 m2) Raumes. Architektin und Denkmalschützer vermuten, dass ursprünglich farbiges Glas eine ganze eigene Atmosphäre in dem Repräsentationsraum erzeugt hat.

 

Da die Schönfeldsche Villa nach Dresdner Vorbildern erbaut wurde, schickte die Museumsleiterin Sonja Langkafel eine Anfrage an die Denkmalschutzbehörde in Dresden. In der Hoffnung, einen Anhaltspunkt dafür zu bekommen, wie die Decke vor der Drahtverglasung ausgesehen haben könnte, fragte sie, ob dort Villen mit verglasten Oberlichthallen aus der Zeit um 1875 bekannt sind. Nach eingehender Prüfung ihrer Unterlagen mussten die Denkmalschützer in Dresden leider mitteilen, dass dies nicht der Fall ist. Die Suche nach Unterlagen in Herford und nach Informationen aus anderen Orten geht also weiter.

 

Die Erneuerung der Decke war nach dem Zweiten Weltkrieg notwendig geworden, weil das Glas durch eine in unmittelbarer Nähe eingeschlagene Bombe zerborsten war. Der damalige Museumsleiter Gustav Schierholz, wies wiederholt darauf hin, „dass im Winter bei der fehlenden Heizung eine Benutzung der Halle in den meisten Fällen unmöglich sein wird, wenn der Abschluss fehlt.“ Der Brief vom 9.8.1949 an die Stadtverwaltung, aus dem dieses Zitat stammt, wurde zusammen mit weiteren Dokumenten erst vor kurzem auf dem Dachboden des Technischen Rathauses entdeckt. Die Suche ist also nicht hoffnungslos.

     


 Teller mit Kirchen- und Fabrikdarstellung in der Mitte

 

Kirchen- und Fabrikdarstellung

 

Freitag, 19. Oktober 2012

Fabrik auf dem Teller serviert

Die Erwerbung eines neuen Exponates für die geplante Dauerausstellung ist nicht immer das Ergebnis gezielter Recherche. Anders als die Büste des Firmengründers (siehe Beitrag vom 12. Oktober) ist das Objekt, das heute vorgestellt wird, ein Zufallsfund.

 

Vor einigen Tagen brachte der Herforder Werner Seyfert den abgebildeten muschelförmigen Teller aus Steingut mit dem Kommentar ins Museum: „Ich habe hier eine etwas andere Ansicht von der Münsterkirche; vielleicht ist das ja etwas für das Museum.“

 

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass auf dem dekorativen Teller nicht nur die Kirche, sondern auch noch ein wenig von ihrem Umfeld abgebildet ist. Überraschenderweise ist es nicht das Kantorhaus oder die 1896 fertiggestellte Oberrealschule (heute VHS), sondern die Schönfeldsche Fabrik. Deutlich sind die Umfassungsmauer einer Produktionshalle, der charakteristische Treppenturm des Verwaltungsgebäudes und ein Schornstein zu erkennen. Deswegen könnte der Teller ein Exponat in der Ausstellungseinheit zur Firmengeschichte der Spinnerei in der Villa Schönfeld werden.

 

Das ansehnliche Objekt wäre aber auch eine Bereicherung für Ausstellungssequenzen zum Stadtbild mit Exkurs zum Stadttourismus. Stadtansichten und Ansichten besonderer Gebäude sind ein wichtiges Sammelgebiet des Städtischen Museums. Darstellungen, die auf Erzeugnissen der „Andenken-Industrie“, also auf Postkarten, auf Glas und Keramikprodukten, gedruckt sind, stellen eine Sondergruppe innerhalb dieses Sammlungsgebietes dar. Übrigens, Herr Seyfert erzählte, dass es diese muschelförmigen Teller auch noch mit anderen Gebäudedarstellungen gegeben habe.

     


 Büste des Firmengründers Friedrich Ludwig Schönfeld

 

Arbeitszimmer von Heinrich Schönfeld

 

Freitag, 12. Oktober 2012

Firmengründer in Gips gespendet

Während der Planungs- und Restaurierungsarbeiten ist die Forschung zur Nutzungsgeschichte der Villa und zum familiären und wirtschaftlichen Kontext, in dem sie entstanden ist, weiter fortgeführt worden, ebenso die Suche nach Exponaten. Die Erfolge dieser Arbeit werden in den nächsten Wochen immer einmal wieder das Bautagebuch bereichern und den Blick in die Zukunft des Gebäudes als Museum lenken. 

 

Die Büste von Friedrich Ludwig Schönfeld, der 1834 die für eine Spinnerei umgebauten Gebäude und das Areal des ehemaligen Damenstiftes kaufte, ist dem Städtischen Museum von Nachfahren der Familie Schönfeld gespendet worden. Friedrich Ludwig Schönfeld ist der Stammvater der Herforder Schönfelds, die über vier Generationen in der Stadt lebten und tätig waren.

 

Friedrich Ludwig Schönfeld wurde noch am Ende des 18. Jahrhunderts, am 2.11.1791 in Reelkirchen (Ortsteil von Blomberg) im Lippischen geboren. Sein Vater Johann Heinrich, der Sohn eines Pastors, wirkte über 60 Jahre als Pfarrer in Reelkirchen. Friedrich Ludwigs Mutter Charlotte, geborene Chapon, war ebenfalls Kind eines Geistlichen, nämlich des Pastors Gottlieb Friedrich Wilhelm Chapon aus Dessau, dem Erzieher der lippischen Fürstin Casimire.

 

Friedrich Ludwig Schönfeld wendete sich aber nicht, wie so viele Schönfelds, der Theologie zu, sondern absolvierte eine kaufmännische Lehre. Nach der Lehrzeit ging er acht Jahre nach England. Als er zurückkehrte, ließ er sich im Kalletal in Langenholzhausen nieder. Dort betrieb er eine Ölmühle und handelte mit Leinen. Innerhalb weniger Jahre erwarb Schönfeld vor allem mit dem Leinenhandel ein Vermögen von 60 000 Talern. Mit diesem Geld plante er, angeregt durch seine Erfahrungen in England, eine mechanische Werggarnspinnerei zu gründen. 1834 setzte er zusammen mit seinem Schwager diesen Plan in Herford um. Er starb 1865; die Spinnerei übernahmen seine drei Söhne, darunter Friedrich Heinrich Schönfeld, der für sich und seine Familie die Villa Schönfeld errichten ließ.

 

Friedrich Ludwig Schönfeld gründete nicht nur das erste Industrieunternehmen in Herford, das Jahrzehnte lang erfolgreich bestand und der größte industrielle Arbeitgeber in der Stadt war. Er bekleidete auch das Amt eines Presbyters in der reformierten Gemeinde. Für das Jahr 1847 ist er als Magistratsmitglied nachweisbar und 1848 war er einer der Herforder Wahlmänner für die Frankfurter Nationalversammlung. Außerdem betätigte er sich als Herforder Abgesandter in der Handelskammer zu Bielefeld.

 

Die Büste auf profiliertem Rundsockel steht in der Tradition der klassizistischen Porträtbüsten eines Christian Daniel Rauch (1777 – 1857). Sie hatte noch im Arbeitszimmer seines Enkels Heinrich Schönfeld einen Ehrenplatz auf dem Eckschrank gleich neben der Bleistiftzeichnung von der Spinnerei. Über dem Sofa hängt über dem Miniaturporträt seiner Ehefrau Elise das Ölgemälde seines ältesten Sohnes Friedrich Heinrich. Die Fotografie im ovalen Rahmen rechts neben der Büste stellt seine Schwiegertochter Emilie Schönfeld dar.

 

 

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 Günter Ridder

 

Magnus Pamme

 

Freitag, 5. Oktober 2012

Wechsel in der Bauleitung

Seit dem 1. Oktober koordiniert ein neuer Bauleiter die Restaurierungsarbeiten in der Villa Schönfeld. Dipl.-Ing. Magnus Pamme, der bisher die Regie auf der Baustelle hatte, wechselt zum Hochbauamt der Stadt Holzminden. Nach 13 Jahren Bauleitung im Architekturbüro  Cornelia Lange, das hauptsächlich die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude betreut, will er als gelernter Architekt wieder an der Planung und Errichtung von Neubauten mitwirken. Die Villa Schönfeld war für ihn ein besonders spannendes Objekt, da sich hier Bau-, Familien- und Museumsgeschichte auf vielfältige Weise miteinander verbinden. Herr Pamme übergibt die Verantwortung für sie an seinen Nachfolger im Architekturbüro, Dipl.- Ing. Günter Ridder. Er hat zehn Jahre als Bauleiter für ein Paderborner Büro für Planung und Bauausführung gearbeitet. Ihn reizt der Wechsel vom Neu-Bauen zur Sanierung von Baudenkmälern. Sein Ziel als Bauleiter ist es, die Arbeit im fairen Miteinander mit den Fachplanern und mit den ausführenden Firmen zum Wohle des Baudenkmals so erfolgreich wie bisher fortzuführen. 

 

Die Umsetzung der Planung für ein Baudenkmal ist ähnlich und auch wieder ganz anders als die eines Neubaus. Für den Bauleiter unterscheidet sich die Arbeit im Baudenkmal in den Tätigkeitsfeldern Koordinierung der einzelnen Gewerke, Überwachung des Termin- und Kostenplanes sowie Qualitätskontrolle kaum von der Arbeit auf einer Neubau-Baustelle. Die Besonderheit für ihn – wie auch für die Architektin – ergibt sich aus dem Anspruch, die Wünsche des Bauherrn, der zukünftigen Nutzer, der Denkmalschutzbehörden sowie der Bauaufsicht zur Zufriedenheit aller unter einen Hut zu bringen und dabei zusätzlich noch die Planung an unvorhersehbare bauliche Besonderheiten und Überraschungen des alten Gebäudes anzupassen. Bisher ist dies gut gelungen.

     


 Foyer vor Beginn der Restaurierung

Treppe mit geöffnetem Treppenauge und provisorischem Handlauf

 

 

Freitag, 28. September 2012

Eingangsbereich mit Treppenhaus jetzt noch beeindruckender

Schon im Juni ist eine in den 1960er Jahren eingebaute dünne Trennwand, die den Treppenraum um ein Drittel schmaler gemacht hatte, beseitigt worden (siehe Beitrag vom 1. Juni 2012). Damals war die Wirkung bereits sehr beeindruckend; die Großzügigkeit des Treppenhauses ließ sich erahnen. In dieser Woche wurde nun auch das Treppenauge im Obergeschoss geöffnet und mit einem provisorischen Handlauf gesichert. Dadurch erhielt das Treppenhaus noch mehr Weite und wirkt jetzt noch großzügiger.

 

Der ursprüngliche, bauzeitliche Eingangsbereich der Villa bezog seine räumliche Wirkung aus dem Zusammenspiel des langgestreckten, gewölbten Foyers mit dem seitlich gelegenen breiten Treppenraum und mit der ebenfalls seitlich abgehenden Garderobe. Der Bauhistoriker, Dr. Bernd Adam, stellte 2009 die These auf, dass die Treppe ursprünglich nur um zwei kreuzförmig ausgebildete Freipfeiler aus Backstein gelaufen ist, d.h. die links auf dem Foto zu sehende Wand vor der Treppe nicht vorhanden war. Die langgestreckte, gewölbte Eingangshalle und die einläufige Treppe mit viertelgewendeltem An- und Austritt wären dann als Einheit und der Eingangsbereich insgesamt noch offener und großzügiger als heute wahrgenommen worden. Der farbige Mosaikfußboden, von dem nach Entfernung des Estrichs ein zweites Detail am Zugang zur ehemaligen Garderobe sichtbar geworden ist, und die mehrfarbige Farbfassung der gewölbten Decke vervollständigten die beeindruckende Gestaltung. Eine zusätzliche Steigerung erfuhr das von Anfang an bereits sehr repräsentative Entree durch den nachträglich im Jahr 1888 errichteten Portalbau.  

 

Die denkmalgerechte Restaurierung soll den beschriebenen Zustand, der von 1875 (Baujahr)/1888 (Portalbau) bis ca. 1945 bestand, so weit wie möglich für die zukünftigen Museumsbesucher wieder nachvollziehbar machen. Mit dem schrittweisen Rückbau der Treppenverkleidung wurde der Anfang gemacht. Wünschenswert wäre zusätzlich die vollständige Freilegung des Mosaikfußbodens. Hierfür werden noch zusätzliche Spenden benötigt (siehe Spendenmöglichkeiten unter Menüpunkt Spenden).

 

     


 Volker Kredtke zeigt die Höhe der Laufschiene

 

 

Freitag, 21. September 2012

Wenn es brennt

… müssen die Besuchenden die Möglichkeit haben, schnell und sicher aus dem Gebäude zu gelangen. Volker Kredtke von der Firma Niebrügge wird helfen, dafür in der Villa die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Was ist zu tun? Die Architektin hat mit ihrer Planung für das Museum auch ein mit der Baubehörde abgestimmtes Brandschutzkonzept vorgelegt. Ein wichtigerer Bestandteil dieses Konzeptes sind die Fluchtwege. Von jedem Punkt des Gebäudes muss das Treppenhaus oder ein zusätzlicher Notausgang auf kürzestem Wege erreichbar sein. Das Treppenhaus mit dem Fahrstuhl muss rauchfrei bleiben. Dafür werden rauchdicht abschließende Türen eingebaut, die es im Brandfall automatisch vom Rest des Gebäudes abschotten. Im Erdgeschoss wird dafür unter anderem eine Schiebetür benötigt. Volker Kredtke zeigt auf dem Foto, auf welcher Höhe deren Laufschiene montiert werden sollte, damit der historische Türsturz nicht beschädigt wird. Die Metalltür verschwindet nach Einbau hinter einer Vorsatzschale. Diese wird nicht nur das Brandschott verbergen, sondern kann in der stadtgeschichtlichen Ausstellung auch für die Präsentation von Exponaten genutzt werden.

Im nicht öffentlich zugänglichen Keller und Dachgeschoss wurden bereits schlichte, rauchdichte Türen, die den Flammen mindestens 30 Minuten standhalten (sogenannte T30-Türen) und das Treppenhaus von den umliegenden Räumen trennt, eingebaut. Die großen zweiflügeligen Türen, die das Treppenhaus von der repräsentativen Oberlichthalle trennen werden, baut die Tischlerei Mühlenhof derzeit nach historischen Fotos nach und stattet sie dabei so aus, dass auch sie die Anforderungen T30 und rauchdicht erfüllen.

     


 H.J. Büse zeigt eine rekonstruierte Knagge

 

M. Pamme erläutert technische Details für Besucher

 

S. Langkafel erläutert restauratorischen Befund für Besucher

 

 

Freitag, 14. September 2012

Der Tag des offenen Denkmals ...

… in der Villa war ein voller Erfolg. 120 Interessierte aller Altersstufen waren gekommen, um sich von Bau-Fachleuten und der Museumsleiterin den aktuellen Stand der denkmalgerechten Restaurierung zeigen sowie die Planungen für die zukünftige Nutzung als stadtgeschichtliches Museum erläutern zu lassen. Außerdem war die Firma Büse Bauwerksanierung gekommen, die die Zimmermannsarbeiten in der Villa ausführt, um an einem Beispiel die kunstvolle Wiederherstellung zerstörter Schmuckelemente aus Holz zu demonstrieren. Zimmermannsmäßige Teilergänzungen und Rekonstruktionen nach Musterstücken oder Fotos sind häufig erforderlich. Originalsubstanz ist oft mit der Zeit verwittert, vermodert oder aber durch Brand und Ähnliches zerstört worden.

 

Dipl.-Ing. M. Pamme vom Architekturbüro Cornelia Lange aus Höxter, der als Bauleiter für die Villa zuständig ist, zeigte sich überrascht, wie groß das Interesse an technischen Details war. Ausführlich musste er erklären, wie die aus Brandschutzgründen erforderlichen rauchdichten Türen funktionieren oder was im Brandschutz die Anforderung T30 für Türen und Decken bedeutet. (Türen und Decken müssen 30 Minuten den Flammen standhalten.) Auch der Dipl.-Ing. W. Stratmann, der für die Villa die Heizung geplant hat, stellte sich der Neugier der Besucher. Er erklärte z.B. die Besonderheiten der Fußbodenheizung, die er für die Oberlichthalle vorgesehen hat. Sie misst zusammen mit der Isolierung und dem Estrich nur drei Zentimeter.

 

Die Museumsleiterin S. Langkafel legte in ihren Führungen den Schwerpunkt auf die zukünftige museale Nutzung der Villa. Ziel der Restaurierung ist es, das Gebäude als Wohnhaus, das es einst gewesen ist, wieder erkennbar und damit gleichzeitig zu einem Exponat des Städtischen Museums zu machen. Hierfür sind die restauratorischen Befunde am Bauwerk, die den Besuchern an vielen Stellen im Haus gezeigt werden konnten, von zentraler Bedeutung. Aber auch Erkenntnisse, die aus schriftlichen und bildlichen Quellen gewonnen werden konnten, gingen in die Restaurierungspläne ein und werden in die zukünftige Dauerausstellung einfließen. Das begehbare Exponat Villa wird zum Ausgangspunkt, um interessante Einblicke in die Geschichte Herfords im 19. und 20. Jahrhundert zu geben.

     


 Eingangstür mit Verzierungen im Stil der Neorenaissance

 

Türfutter mit freigelegten historischen Farbfassungen
 

 

Freitag, 14. September 2012

Die Baustelle ruht ...

... aber nur für kurze Zeit. Handwerker und eine Reinigungsfirma bereiten den "Tag des offenen Denkmals" vor. Die hölzernen Einbauten, die einige bauzeitliche Türen verschlossen haben, überflüssig gewordene Isolierwolle und überzählige Backsteine werden entsorgt oder sorgsam für die spätere Verwendung zur Seite gelegt. Industriestaubsauger kommen zum Einsatz, um den feinen, über Wochen angefallenen Steinstaub zu beseitigen. Die noch offenen Leitungskanäle werden zur Sicherheit der Besucher abgedeckt.

Der bundesweite "Tag des offenen Denkmals" – der neunzehnte in Deutschland – steht in diesem Jahr unter dem Motto "Holz". Deswegen geht es heute im Bautagebuch nicht um die aktuellen Bauarbeiten, sondern um Dinge, die in der Villa aus Holz sind, die vorgeben, aus einer anderen Holzart zu sein, als sie tatsächlich sind, oder die nur so tun, als ob sie aus Holz sind. Beginnen wir mit dem, was sich schon vor Betreten der Villa dem Auge zeigt: Eine aufwändig im Stil der Neorenaissance gestaltete Eingangstür, die im Rahmen der Außensanierung 2004/05 bereits restauriert wurde; Fensterschlagleisten, die mit Kannelierungen (Rillen) und geschnitztem Kapitell ähnlich verziert sind.

Das Augenmerk auf Holz gerichtet, fallen in der Villa derzeit vor allem neben einigen historischen Türrahmen die Treppen- und Galeriegeländer auf. Die restauratorischen Untersuchungen haben gezeigt, dass sich unter dem heutigen weißen Anstrich Geländerpfosten und -stäbe aus Eichenholz verbergen. Die Türfutter dagegen sind aus hellem Nadelholz – auf dem Foto über der „0“ zu erkennen. Um die Türen optisch an die eichenen Bauteile anzugleichen, wurde der dunkelbraune Farbanstrich durch eine Maserierung (Holzimitation mit malerischen Mitteln) optisch aufgewertet – auf dem Foto über der „1“ zu erkennen.

Die Technik der Maserierung kann nicht nur auf Holz, sondern auch auf Metall, Gips oder Putz angewendet werden. Im ehemaligen Esszimmer der Villa findet sich hierfür ein beeindruckendes Beispiel. Ein Maler hat nur mit Farbe eine Eichenholztäfelung nachgeahmt. Breite dunkelbraune Farbfelder, die mit einem Maserierungskamm bearbeitet worden sind, wechseln sich mit schmalen dunkelbraun lasierten Feldern ab. Die breiten und schmalen (kann wegfallen) Felder sind durch schwarze Linien voneinander getrennt, um den Eindruck einer Nut-Feder-Verbindung zu erwecken. Die Holzimitationsmalerei umfasst den gesamten Raum auf einer Höhe von 1,47 m; den oberen Abschluss bildete eine Profilleiste aus Holz, die die optische Täuschung verstärkte.

     


 Durchbrüche für Elektroleitungen und Heizungsrohre

 kleine Öffnung im fußleistenbereich für Heizungsrohre

 

Freitag, 31.August 2012

Meine Erlebnisse auf der Großbaustelle

Guten Tag. Mein Name ist Karen Budek. Ich war die Praktikantin von Sonja Langkafel und durfte sie auf der Großbaustelle Villa Schönfeld begleiten. Mein erster Eindruck: Es war laut und staubig. Manchmal so laut, dass man sein eigenes Wort nicht verstand, geschweige denn jemand anderen. Man muss höllisch aufpassen, wo man hintritt, denn überall wurden die alten Rohre freigelegt. Diese Woche wurde viel über Heizung und Elektrik geredet. Eine Frage wurde gleich am Montag aufgeworfen und abgeschlossen: Welche Fußbodenheizung wird verlegt? Welche Probleme könnte es geben? Nachdem sich die Profis zusammengefunden hatten, wurde eifrig diskutiert und beratschlagt. Ich kann leider nicht sagen, was alles besprochen wurde, da ich mich nach fünf Minuten geschlagen gab und nur noch mit halbem Ohr hinhörte. Diese ganzen Fachbegriffe waren einfach zu viel, tut mir leid. Ab und an wurden die Fachleute unterbrochen, da diese Woche auch die meisten Kabel verlegt wurden, zum Beispiel für die Beleuchtung oder einfach nur für die Alarmanlagen. Bei der Kabelverlegung muss man darauf achten, dass man nicht zu tief bohrt oder etwas historisch Wichtiges kaputt macht. Die Arbeiter hier arbeiten gut und schnell, aber vor allem im Team. Sehr beeindruckend. Ist der Elektriker fertig mit Verlegen, kommt jemand, der wieder alles verputzt. Wenn alles verputzt ist, kommt der Maler, der wieder überstreicht und dann komme ich und staune. Die Wanddurchbrüche fand ich mit am besten. Ich frage mich, ob die Arbeiter Teams mit jeweils einer eigenen Flagge hatten und diese ausgetauscht haben, wenn sie durch die Wand gekommen sind. So wie bei einem Staffellauf. Bohrer werden angesetzt, es geht los. Nach dreißig Minuten wird im Team gewechselt und schließlich geht der Bohrer durch die Wand. Das Loch wird vergrößert und die Arbeiter tauschen die Flaggen, klopfen sich auf die Schulter und arbeiten weiter. War wahrscheinlich nicht so, aber eine schöne Vorstellung ist es trotzdem. Was mich sehr gefreut hat, war, dass ich immer freundlich behandelt wurde. Meistens werden Praktikanten nicht ernst genommen, aber hier hat es mir sehr gefallen. Frau Langkafel hat mir immer wieder erklärt, wofür bestimmte Räume genutzt wurden und wie man Besuchern dies vermitteln könnte. Sie erklärte mir, was die Arbeit in einem Museum ausmacht: Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln. Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, dass die Villa Schönfeld ein klasse Museum wird und werde das Voranschreiten der Bauarbeiten auch weiterhin verfolgen.


 

 

 

   

Es geht voran 1
 Es geht voran 2

 

 

Freitag, 24.August 2012

Es geht voran

Die Handwerker haben trotz der großen Belastung durch die heißen Temperaturen in den vergangenen Wochen viel geleistet und haben die Arbeiten in der Villa ein gutes Stück voran gebracht. Vergleicht man die beiden nebenstehenden Fotos aus dem Erdgeschoss der Villa, erkennt man an Details den Fortschritt. Das obere Foto wurde am 24. August aufgenommen, das untere Anfang Juni des Jahres.

Die Blickrichtung geht durch die repräsentative Oberlichthalle durch die neu eingebrochene, ehemals zugemauerte historische Tür in das ehemalige Esszimmer der Familie Schönfeld, das auf der Gartenseite der Villa lag. Vorne links ist der Anfang Juli entdeckte Leitungskanal im Betonboden, durch den der ursprüngliche Fußboden in den 1960er Jahren ersetzt worden war, zu sehen (siehe Beitrag 6.Juli). Der Kanal wird gebündelt wieder Leitungen aufnehmen. Die Heizungsrohre liegen und stehen schon bereit. In der nächsten Woche werden sie im Erdgeschoss verlegt; im Dach- und ersten Obergeschoss sind die Montagearbeiten der Heizung fast abgeschlossen.

Auch an dem Türdurchbruch und dahinter sieht man die Arbeitsergebnisse der letzten Tage. Die von den Durchbrucharbeiten noch unregelmäßig gewesenen Kanten des Türsturzes wurden von den Handwerkern durch Anputzen geglättet. In die Türöffnung könnten jetzt das Türfutter und die Tür, die der Tischler derzeit nach historischem Vorbild fertigt, eingesetzt werden. Das erfolgt aber erst, wenn auf der Baustelle kaum noch Staub und Dreck entsteht.

Die Elektriker haben schon fast überall ihre Leitungen und Anschlussdosen in schmalen Schlitzen und Löchern in der Wand versenkt. Auf der Wand zum Garten im ehemaligen Esszimmer sieht man die senkrecht laufenden, bereits schon wieder verputzten schmalen Leitungskanäle sowie die Anschlüsse für die dort eingeplanten Medien.

An der Wand sollen, wenn die Ausstellung eingerichtet sein wird, Bilder vom Garten der Familie Schönfeld gezeigt werden. Der kleine Park umfasste ursprünglich das gesamte Gelände zwischen Wallpromenade, gebogenem Teil des Stadtgrabens und einer Linie, die durch den heutigen Weg zur Brücke über den Stadtgraben markiert ist. Das heißt dort wo heute der moderne Oesterlen-Bau steht und auch dort, wo das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus aufgestellt wurde, erstreckten sich Baumpflanzungen, Gartenwege und Beete. Es gab auch ein kleines Gartenhäuschen und ein kombiniertes Wasch- und Hühnerhaus.

Die Fotos, die diese Situation in der Ausstellung zeigen werden, können durch den Blick durch die Fenster des ehemaligen Esszimmers direkt mit dem heutigen Zustand verglichen werden.

 

 

   
Ein Mitarbeiter der Firma Bosch
 
 

Freitag, 17.August 2012

Ausstellungsgut in Sicherheit

Zu trocken oder zu feucht und zu hell darf es im Museum nicht sein. Sonst erleiden die Exponate Schaden (siehe Beträge vom 22. Und 29. Juni). Aber es gibt auch noch mehr Gefahren: Einbruch, Vandalismus und Feuer. Museen brauchen neben einem inhaltlichen und pädagogischen Konzept also auch ein Sicherheitskonzept, dass Vorkehrungen für den Brandfall und gegen Diebstahl und Zerstörung der Exponate vorsieht.

Rauchmelder, Rauchabzugsanlage, Kameraüberwachung, akustische Signalgeber, ein Fluchtwegeplan sowie eine zweiter baulicher Rettungsweg sollen zusammen mit einem Evakuierungsplan die Schädigung von Personen und Exponaten im Brandfall möglichst vermeiden bzw. gering halten. Die Vorgaben hierfür sind in der Baugenehmigung enthalten und wurden von der Architektin und den Fachplanern in den Entwürfen berücksichtigt.

Eine Alarmanlage, die Kameraüberwachung und auch Vitrinen, Schutzverglasungen und mechanische Sicherungen werden einen Sicherheitswall gegen Diebstahl und böswillige Zerstörung bilden. Anfang der Woche begutachtete ein Mitarbeiter der Firma Bosch das Museum, um die Planungen für die Einbruchmeldeanlage zu optimieren und mit dem Elektrofachplaner abzustimmen. Auf dem Foto inspiziert er die historischen Fenster des denkmalgeschützten Gebäudes, um maßgeschneiderte, denkmalverträgliche Lösungen vorschlagen zu können.

 

 

   
Grundriss mit Schornsteinen
 
 

Freitag, 10.August 2012

Ein behagliches Zuhause ...

hatte sich die Bauherrin Emilie Schönfeld gewünscht, als sie ihren Mann bat, für ihre Mutter, sich und Sohn Heinrich „ein kleines Haus zu bauen, in welchen wir behaglich wohnen könnten“ (aus ihrer selbst verfassten Lebensbeschreibung). Die Wirklichkeit sah anders für sie aus. In ihren autobiografischen Aufzeichnungen heißt es weiter: „Neujahr 1876 zog ich mit meinem lieben Sohne, meiner Cousine Emma und der Köchin in das große noch wüste Haus. Gemütlich war das nicht, im Gegenteil sehr unbehaglich.“ Die Einrichtung war sicherlich noch nicht ganz fertig; die Krankheit und der Tod ihres Ehemannes hatten dafür wohl nicht genügend Zeit gelassen und lasteten noch auf der Familie. Im März 1876 gab Emilies Mutter ihr Haus in Lemgo auf und zog zu ihrer Tochter nach Herford. Kaum, dass die Frauen sich mit den neuen Verhältnissen arrangiert hatten, brachte der Brand der Schönfeldschen Spinnerei, der auch das Wohnhaus von Emilies Schwager und Schwägerin zerstörte, weitere Turbulenzen und neue Mitbewohner in die Villa. Drei ehemals selbständige Haushalte teilten sich nun das Gebäude oder – mit Emilies Worten gesagt – „mussten nun in einem Topfe kochen“. Groß genug war das Haus mit seinen rund 400 qm Wohnfläche im Erd- und Obergeschoss schon, aber sein räumlicher Zuschnitt war der eines repräsentativen Einfamilienhauses, und es gab nur eine Küche. Emilie beschreibt die Situation wie folgt: „Jeder musste einen Teil seiner Selbstständigkeit aufgeben, wenn wir in Frieden zusammen leben wollten. Wir haben uns nicht gezankt, aber zufrieden und glücklich haben wir uns nicht gefühlt.“

 

Die technische Ausstattung dürfte, im Gegensatz zur Raumstruktur, nicht an der Unbehaglichkeit schuld gewesen sein. In der Küche gab es – wie alte Baupläne zeigen – zwei Schornsteinzüge (im Plan mit „S“ gekennzeichnet) für den Betrieb eines modernen Küchenofens. Weitere fünf Schornsteinzüge – vier davon in den Ecken der großen Halle – dürften anfänglich die Beheizung der Räume durch Öfen gewährleistet haben. Ein historisches Foto der repräsentativen Oberlichthalle (siehe „Villa Schönfeld – Geschichte“) lässt vermuten, dass die Familie Schönfeld später eine Zentralheizung hat einbauen lassen. Erkennbar ist die an den Wänden umlaufende, durchbrochene Verkleidung im unteren Bereich der Wände, hinter der sich Heizkörper befunden haben könnten.

 

 

   
defekte Deckenunterseite: Latten sind sichtbar, da Putz abgefallen ist.
 
 

Freitag, 03.August 2012

Alte Baupläne und ein Wasserschaden brachten es an den Tag

Der Bauhistoriker Bernd Adam musste 2009 nichts mehr frei legen, um zu erkennen, wie die Decken in der Villa konstruiert sind. Ein Blick in die Baupläne von 1961 gab Aufschluss über die Kellerdecke. Ein Großteil der Kellerräume wurde 1962 in den Ausstellungsbereich integriert (bis 2004 waren hier die steinernen Geschichtszeugnisse ausgestellt). Um dies zu ermöglichen, wurde die zentrale Halle teilweise unterkellert. Von dem neu entstandenen Raum gingen Türen in den alten, bereits vorhandenen Keller unter den Wohnräumen auf der Wallseite. Bei dem Umbau erfolgte auch eine Erneuerung der gesamten Geschossdecke zwischen Keller und Erdgeschoss. Aus diesem Grund sind bedauerlicherweise in den Erdgeschossräumen keine historischen Bodenbeläge erhalten. Auf der modernen Betondecke befindet sich nur Estrich.

Im Obergeschoss bietet sich ein anderes Bild. Die durch einen alten Wasserschaden freiliegende Deckenkonstruktion zeigt einen Lehmputz, der von eng nebeneinander aufgenagelten schmalen Latten getragen wird. Bernd Adam schreibt in seinem Bericht, dass sie mit der Kreissäge zugeschnitten wurden, und vermutet, dass diese Deckenkonstruktion aus der Instandsetzungsphase von 1948 stammt. Ersetzte sie eine ähnliche, schadhaft gewordene? Die Freilegungsarbeiten der letzten Wochen haben gezeigt, dass die Deckenunterseiten im Erdgeschoss statt Latten auch Strohmatten als Putzträger zwischen den durchgehenden, tragenden Balken aufweisen. Auf den Deckenbalken liegt im Obergeschoss ein Dielenboden, auf dem die Familie Schönfeld um die Jahrhundertwende Linoleum verlegen ließ (siehe Beitrag vom 13. Juli 2012).

 

 

   
Die freigelegten Fachwerkwände
 
 

Freitag, 27. Juli 2012

Unsichtbares Fachwerk

Nach den Abbruch- und Demontagearbeiten der vergangenen Wochen schreitet jetzt die Verlegung der neuen Heizungsrohre und Elektrokabel ohne besondere Vorkommnisse voran. Es bleibt Zeit, im Bautagebuch in den nächsten Wochen interessante Details des Gebäudes unter die Lupe zu nehmen. 2009 entdeckte der Bauhistoriker Bernd Adam im Erd- und Obergeschoss in den Räumen, die auf der dem Stadtgraben zugewandten Seite der Villa liegen, Fachwerkwände unter dem Putz. Im Obergeschoss ist die Fachwerkkonstruktion inzwischen freigelegt, wie nebenstehendes Foto zeigt. Diese bauzeitlichen, also bereits 1874/75 errichteten Wände deuten – so schreibt Adam in seinem abschließenden Bericht – auf Räumlichkeiten, denen kein Repräsentationswert beigemessen wurde. Auf dieser der Schauseite am Wall gegenüber liegenden Seite des Gebäudes befanden sich die Küche, die Speisekammer und die Sanitäranlagen. Es gab einen Dienstbotenzugang und auch einen separaten von außen zugänglichen Eingang in den Keller. Noch zu Museumszeiten befanden sich bis zum Anbau des modernen Ausstellungstraktes hier die Garderobe und die Toiletten. Mit der Eröffnung des Oesterlen-Baus 1975 und der Benennung des erweiterten Museums nach Daniel Pöppelmann wurde dieser Bereich der Eingang der Museumsvilla. Auch in Zukunft wird hier wieder der erste Raum der stadtgeschichtlichen Ausstellung sein.

 

 

   
Elektroplanung
 
 

Freitag, 20. Juli 2012

Elektro- und Medientechnik für das Museum im Baudenkmal ...

... sind eine knifflige Angelegenheit. Gestern haben sich der Fachplaner für Medien- und Ausstellungstechnik der Firma Audiovisuelle Kommunikation Harald Wurm, zwei Mitarbeiter der Firma Generotzky, die die Elektroarbeiten in der Villa ausführen wird, und die Museumsleiterin getroffen. Gemeinsam haben sie die auf dem Plan verzeichneten Steckdosen und Anschlüsse an Ort und Stelle auf die Wände übertragen. In einem Museum gibt es davon viel mehr als in einem Wohnhaus. Es werden Anschlüsse für die geplanten Medienstationen, die Museumsbeleuchtung und, da es sich um ein öffentliches Gebäude mit Publikumsverkehr handelt, auch für Sicherheitsinstallationen wie beleuchtete Fluchtwegschilder, Rauchmelder, akkustische Signalgeber, Kameras ... benötigt. Gestern wurde endgültig festgelegt, wo die Kabel in der Wand verlaufen sollen, d.h. ein kleiner Kanal in das Mauerwerk geschlitzt werden muss. Natürlich gelingt es nicht überall, alte Kabeltrassen, Schornsteinkanäle, die überflüssig geworden sind, oder die entdeckten Kanäle im Betonfußboden (siehe Beitrag vom 6. Juli) zu nutzen. Aber eine ausgeklügelte Kabelführung ergänzt durch Vorsatzwände und Deckenvouten (gewölbter Kanal am Übergang zwischen Wand und Decke) beschränkt das Schlitzen der Wände zum Schutz der originalen Denkmalsubstanz auf ein Minimum. Gleichzeitig halfen die Ergebnisse der Restauratorin (siehe Beitrag vom 6.Juli) Stellen zu meiden, an denen besondere historische Malereien unter dem jetzigen Anstrich verborgen sein könnten. So greift die Arbeit von vielen Fachleuten ineinander, um die Voraussetzungen für eine ansprechende Ausstellung im Baudenkmal zu schaffen.

 

 

   
Linoleum
 
 

Freitag, 13. Juli 2012

Überraschung unter alter Vitrine

Um den ursprünglichen Grundriss der Villa wieder herzustellen, wurden später zugebaute Türen wieder geöffnet. Hierbei machten die Handwerker eine überraschende Entdeckung: Eine schmale, in die ehemalige Türöffnung gestellte Vitrine bewahrte in ihrem Inneren nicht nur historische Zeugnisse vor dem Zugriff neugieriger Besucher, sondern unter ihrem Boden auch einen älteren historischen Fußbodenbelag. Das Foto zeigt neben den melierten PVC-Platten (Polyvinylchlorid-Platten) aus den 1960er Jahren einen türbreiten Streifen mit zwei unterschiedlich gemusterten Linoleumbelägen. Genau wie das auf der Galerie in der Oberlichthalle verlegte PVC (1) wurde das Linoleum auf den bauzeitlichen Dielenboden (2) aufgebracht. Erstere waren ausschließlich mit Kleber befestigt; die Linoleumbeläge am Rand zusätzlich genagelt (3), damit sich die Kanten nicht aufstellen.
Linoleum besteht zu einem Drittel aus Leinöl (lat. Linum und Oleum) und zu zwei Dritteln aus Naturharzen (z.B. Kolophonium) sowie organischen und anorganischen Füllstoffen (z.B. Korkmehl und Kalksteinpulver). Als Trägermaterial dient ein Jutegewebe (4). Entwickelt hat das moderne Material der englische Chemiker Frederick Walton 1860. Seit den 1880er Jahren setzte sich Linoleum auch in Deutschland immer mehr als Bodenbelag durch. Zunächst gab es nur einfarbiges Linoleum, dann wurden wertvolle Materialien wie Orientteppiche, Steinböden oder Parkett durch Aufdruck von entsprechenden Mustern imitiert. Um die Jahrhundertwende setzte sich in Deutschland eine moderne Gestaltung mit Einflüssen aus Jugendstil, Art Déco oder Neuer Sachlichkeit durch. Die Bewohner der Villa orientierten sich bei der Gestaltung ihrer Räume ganz offensichtlich an den aktuellen Designmoden. Die mehrfarbige, geometrische Musterung der entdeckten Linoleumböden zeigen dies ebenso wie die Jugendstil-Schablonenmalerei unter der Decke der Galerie (siehe Beitrag vom 8. Juni).


     

Die Restauratorin Bettina Niekamp  und Philipp Hones auf der Suche nach alten Wandmalereien
 

 

Freitag, 6. Juli 2012

Erneuern heißt auch Bewahren

Ich bin Philipp Hones (12 Jahre). Ich bin Kinder-Stadt- und Museumsexperte und habe schon an einigen Projekten, die vom Museum organisiert wurden, teilgenommen. Den diesjährigen Socialday habe ich im Städtischen Museum verbracht. Dort durfte ich, nach einer kleinen Einführung in den Stand der Dinge, bei den Restaurierungsarbeiten der Schönfeld-Villa zugucken und mich etwas einbringen.
Zuerst waren zwei Mitarbeiter der Firma Generotzky da, um die Verlegung neuer Stromkabel weiter zu planen, welches um vieles einfacher sein wird als gedacht, da unter dem Estrich des Betonfußbodens im Erdgeschoss eine Art „Kanal“ gefunden wurde, in dem sich Kabel ohne größere Komplikationen verlegen lassen.
Danach durfte ich der Restauratorin Bettina Niekamp über die Schulter gucken, wie sie versuchte, mit dem Skalpell die alten Wandmalereien in der Halle ausfindig zu machen. Denn trotz des „neuen“ Kanals müssen einige Kabel in den Wänden verlegt werden und durch die dafür notwendigen Bohrungen soll nichts Historisches, wie die Malereien, zerstört werden. Das Ganze ist ein Pakt zwischen Denkmalschutz und dem Museum: Neben dem Bewahren der historisch wichtigen Villa muss auch für die Sicherheit der Besucher, z.B. im Brandfall, gesorgt sein. Ich hatte viel Spaß und habe in Sachen Beruf schon ein bisschen klare Sicht bekommen!

 

 

   
Die alte Haeizung wird abgebaut
 
 

Freitag, 29. Juni 2012

Exponate sind sensibel

Die Heizungsanlage in der Villa Schönfeld muss für die sensiblen Exponate dringend erneuert werden. Um Platz für moderne Heiz- und Lüftungstechnik mit effizienter Steuerung zu schaffen, demontieren Mitarbeiter der Firma Jahnke und Dierker die alte Anlage, an der der Zahn der Zeit mächtig geknabbert hat. Rostige Radiatoren und eingerostete Stellräder machen es augenfällig: Ein museumstaugliches und energiesparendes Heizen der Museumsvilla ist schon lange nicht mehr möglich gewesen. Ein konstantes Raumklima in Museen ist aber eine wichtige Bedingung, um das gesammelte Kulturgut für die folgenden Generationen zu bewahren.

Die Gebäudetechnik muss Raumtemperaturen zwischen 20 °C im Winter und  25 °C im Sommer bei jahreszeitlich gleitender relativer Luftfeuchte von 45 bis 65 Prozent sicherstellen. Starke Klimaschwankungen innerhalb eines Tages oder weniger Stunden sind ganz auszuschließen. Können diese Vorgaben nicht eingehalten werden, dann nehmen die Exponate dauerhaft Schaden. Jede Schwankung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit lässt die Materialien, aus denen die Exponate gefertigt sind, „arbeiten". Sind die Veränderungen des Raumklimas groß und häufig, werden die Materialien mechanisch stark beansprucht. Holz zum Beispiel zieht sich bei Trockenheit zusammen und dehnt sich bei Feuchtigkeit aus. Geschieht das zu oft oder ist es permanent zu trocken oder zu feucht, bekommen Möbel Risse oder werden Opfer von Holzschädlingen. Eine moderne Heizungsanlage kombiniert mit Lüftungstechnik hilft zukünftig, solche Schadensbilder in der Museumsvilla zu vermeiden. Energiesparend ist sie auch.

 

 

     
Ausgebaute Leuchtstofflampen
 
 

Freitag, 22. Juni 2012

Abschied von den alten Neonröhren und Glühbirnen

Seit Anfang der Woche werden die alten Lampen und Kabel demontiert. Damit alle Handwerker in der Villa trotzdem weiter arbeiten können, installiert ein Mitarbeiter der Firma Generotzky einen Baustromkasten.

Das Baudenkmal und die Exponate in der zukünftigen stadtgeschichtlichen Ausstellung sollen ihrer Bedeutung entsprechend angemessen in Szene gesetzt und ihr Aussagewert deutlich sichtbar gemacht werden. Licht ist ein unverzichtbares Medium zur Interpretation der denkmalgeschützten Architektur und der Ausstellungsobjekte. Voraussetzung für blendfreie, besucherfreundliche Beleuchtung, die gleichzeitig die konservatorischen Belange des Museumsgutes berücksichtigt, ist ein klares Lichtkonzept. Energieeffizienz versteht sich von selbst. All das ist mit der alten Elektroverkabelung und den bisher verwendeten Neonröhren und Glühbirnen nicht zu haben. Für eine moderne Museumsbeleuchtung, die Energie spart und den Sehkomfort der Besucher steigert, wird die Firma Generotzky die Villa Schönfeld neu verkabeln.

     
Farbfunde und ein altes Stromkabel
 
 

Freitag, 8. Juni 2012

Unter weißer Farbe und Putz verborgen

Was ein Gebäude über seine Baugeschichte verrät, ist oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen. 2009 haben ein Bauhistoriker und ein Restaurator die Villa Schönfeld deswegen gründlich unter die Lupe genommen. Da die Pläne aus der Bauzeit verloren gegangen sind, bedurfte es umfangreicher Sondierungsöffnungen im Mauerwerk. Sie sollten Klarheit über den ursprünglichen Grundriss und spätere Umbauten schaffen. Mit den Öffnungen im Mauerwerk konnte der Bauhistoriker  tatsächlich neun ehemalige Türöffnungen sowie einige nachträglich eingezogene Wände nachweisen.

Ein Restaurator rückte der Villa mit Skalpell und viel Geduld zu Leibe. Er legte in jedem Raum an mehreren Stellen unter dem letzten weißen Anstrich oder der jüngsten Tapetenlage in stundenlanger Feinarbeit Schicht für Schicht ältere Farbfassungen frei. Historische Fotos aus der Zeit von 1900 bis 1930 halfen, das Bild der historischen Raumhüllen zu vervollständigen: Unterschiedlich farbig gestaltete Decken und Wände korrespondierten seit der Bauzeit mit Parkett oder poliertem Steinfußboden. Später veränderten nachträglich angebrachte Stuckgesimse und –rosetten ebenso wie dekorative Rankenmalereien oder die eine Holztäfelung imitierende Wandmalerei im früheren Speisezimmer die Wirkung der Räume. Die dunklen kräftigen Farben der Bauzeit wurden im Laufe der Zeit fast überall durch hellere Anstriche ersetzt.

Im Unterschied zu Kirchen und Schlössern wissen wir bei Bürgerhäusern noch verhältnismäßig wenig über ältere Raumfassungen. Die gründliche baugeschichtliche und restauratorische Untersuchung der Villa Schönfeld hat da ein wenig Abhilfe geschaffen. Aber vor allem lieferten der Bauhistoriker und der Restaurator ganz wesentliche Grundlagen für das weitere planerische und denkmalpflegerische Handeln. Auch die laufenden Abbruch- und Demontagearbeiten werden selbstverständlich restauratorisch begleitet.

 

 

     
Treppe in ganzer Breite
 
 

Freitag, 1. Juni 2012

Treppenhaus in ursprünglicher Größe

Nachdem die Abbrucharbeiten beendet sind, ist auch das Treppenhaus wieder in seiner ursprünglichen Dimension erfahrbar. Eine in den 1960er Jahren eingebaute Wand versteckte jahrzehntelang ein Viertel der Treppe und nahm dem Aufgang ins erste Obergeschoss die einladende Weite. Hinter den auf einem Lattengerüst aufgenagelten Platten haben sich an der bauzeitlichen Treppenhauswand frühere Farbfassungen erhalten, die Restauratorin Bettina Niekamp mit einem Skalpell freigelegt hat. Die Befunde werden nun mit den Ergebnissen der bauhistorischen Untersuchungen von 2009 verglichen, um zu entscheiden, wie das Treppenhaus in Zukunft farblich gestaltet wird. Über die bauhistorischen Untersuchungen als Grundlage für die denkmalgerechte Restaurierung erfahren Sie mehr im nächsten Eintrag.

     
Bauarbeiter mit Presslufthammer öffnet alte vermauerte Tür   

Dienstag, 22. Mai 2012

Restaurieren heißt auch Abbrechen

Bevor das Baudenkmal Villa Schönfeld auch im Inneren seinem ursprünglichen Erscheinungsbild gemäß wieder erstrahlen kann, müssen spätere Zutaten entfernt werden. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren zugemauerte Türen werden wieder geöffnet. Eine sehr staubige Angelegenheit, wie auf dem Foto zu sehen ist. Ein Mitarbeiter der Firma Büse öffnet die Tür, die zugemauert wurde, um die frühere Ausstellungsfläche von den Büroräumen zu trennen. Die zahlreichen Türen in der sich über zwei Stockwerke erstreckenden Halle lassen erkennen, dass sie nicht nur der Repräsentation diente, sondern auch den Kranz umliegender Räume erschloss. Jetzt, da die ersten Durchgänge wieder offen und in ihrer ursprünglichen Höhe vorhanden sind, lässt sich die ganze Großzügigkeit von Herfords erster Unternehmervilla wieder erahnen.