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                                         oberer Treppenlauf mit Geländer

 

 

abgeschliffene Treppenstufen mit Spuren des ehemaligen Geländers

 

 

 

Samstag, 12. Januar 2013

Die Weihnachtspause ist vorbei

Die in der Villa Schönfeld arbeitenden Firmen haben ihre Weihnachtsferien beendet und sind wieder tätig. Das Brandschott im Erdgeschoss, das das Treppenhaus im Brandfall rauchfrei halten soll, wurde fertig installiert und bereits hinter Gipskartonwänden "versteckt". Die Tischler haben alle Türen eingebaut, die die Maler bereits für die Maserierung (Holzimitation mit malerischen Mitteln) vorbereitet haben. Jetzt arbeiten sie die Treppe und den Holzfußboden auf der Galerie auf. Dabei sind sie auf einen weiteren wichtigen Befund gestoßen.

 

Nachdem der alte PVC-Boden abgenommen und die darunter liegenden Holzstufen abgeschliffen worden sind, kann man erkennen, dass der Unterlauf der Treppe ursprünglich das gleiche Geländersystem besaß wie der obere Treppenlauf, bei dem wir es heute noch bewundern können. Auch dort stand ein stärkerer runder, reich profilierter Pfosten am Antritt und dünnere, ebenfalls kunstvoll gedrechselte Geländerstäbe waren in jede Treppenstufe eingelassen. Davon zeugen die mit kleinen Holzklötzen verschlossenen Aussparungen auf den Stufen. Der Pfosten am Antritt hat zusätzlich einen kreisförmigen Abdruck hinterlassen.

 

Damit wird die Vermutung des Bauhistorikers Dr. Bernd Adam zu der gesicherten Erkenntnis, dass die Wand, die heute das Treppenhaus vom Vestibül (dem ursprünglichen Eingangsbereich der Villa) abschirmt, nachträglich eingebaut wurde (vgl. Beitrag vom 28. September 2012). Dieser Eingriff von 1948/49 hat – ebenso wie die in den 1960er Jahren auf der Treppe aufgestellte dünne Wand (vgl. Beitrag 1. Juni 2012) und die Schließung des Treppenauges – die Großzügigkeit des Entrees massiv beeinträchtigt. Durch die denkmalgerechte Restaurierung wird sie nun wieder sichtbar.