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Die freigelegten Fachwerkwände
 
 

Freitag, 27. Juli 2012

Unsichtbares Fachwerk

Nach den Abbruch- und Demontagearbeiten der vergangenen Wochen schreitet jetzt die Verlegung der neuen Heizungsrohre und Elektrokabel ohne besondere Vorkommnisse voran. Es bleibt Zeit, im Bautagebuch in den nächsten Wochen interessante Details des Gebäudes unter die Lupe zu nehmen. 2009 entdeckte der Bauhistoriker Bernd Adam im Erd- und Obergeschoss in den Räumen, die auf der dem Stadtgraben zugewandten Seite der Villa liegen, Fachwerkwände unter dem Putz. Im Obergeschoss ist die Fachwerkkonstruktion inzwischen freigelegt, wie nebenstehendes Foto zeigt. Diese bauzeitlichen, also bereits 1874/75 errichteten Wände deuten – so schreibt Adam in seinem abschließenden Bericht – auf Räumlichkeiten, denen kein Repräsentationswert beigemessen wurde. Auf dieser der Schauseite am Wall gegenüber liegenden Seite des Gebäudes befanden sich die Küche, die Speisekammer und die Sanitäranlagen. Es gab einen Dienstbotenzugang und auch einen separaten von außen zugänglichen Eingang in den Keller. Noch zu Museumszeiten befanden sich bis zum Anbau des modernen Ausstellungstraktes hier die Garderobe und die Toiletten. Mit der Eröffnung des Oesterlen-Baus 1975 und der Benennung des erweiterten Museums nach Daniel Pöppelmann wurde dieser Bereich der Eingang der Museumsvilla. Auch in Zukunft wird hier wieder der erste Raum der stadtgeschichtlichen Ausstellung sein.