Startseite > Villa Schönfeld > Bautagebuch

defekte Deckenunterseite: Latten sind sichtbar, da Putz abgefallen ist.
 
 

Freitag, 03.August 2012

Alte Baupläne und ein Wasserschaden brachten es an den Tag

Der Bauhistoriker Bernd Adam musste 2009 nichts mehr frei legen, um zu erkennen, wie die Decken in der Villa konstruiert sind. Ein Blick in die Baupläne von 1961 gab Aufschluss über die Kellerdecke. Ein Großteil der Kellerräume wurde 1962 in den Ausstellungsbereich integriert (bis 2004 waren hier die steinernen Geschichtszeugnisse ausgestellt). Um dies zu ermöglichen, wurde die zentrale Halle teilweise unterkellert. Von dem neu entstandenen Raum gingen Türen in den alten, bereits vorhandenen Keller unter den Wohnräumen auf der Wallseite. Bei dem Umbau erfolgte auch eine Erneuerung der gesamten Geschossdecke zwischen Keller und Erdgeschoss. Aus diesem Grund sind bedauerlicherweise in den Erdgeschossräumen keine historischen Bodenbeläge erhalten. Auf der modernen Betondecke befindet sich nur Estrich.

Im Obergeschoss bietet sich ein anderes Bild. Die durch einen alten Wasserschaden freiliegende Deckenkonstruktion zeigt einen Lehmputz, der von eng nebeneinander aufgenagelten schmalen Latten getragen wird. Bernd Adam schreibt in seinem Bericht, dass sie mit der Kreissäge zugeschnitten wurden, und vermutet, dass diese Deckenkonstruktion aus der Instandsetzungsphase von 1948 stammt. Ersetzte sie eine ähnliche, schadhaft gewordene? Die Freilegungsarbeiten der letzten Wochen haben gezeigt, dass die Deckenunterseiten im Erdgeschoss statt Latten auch Strohmatten als Putzträger zwischen den durchgehenden, tragenden Balken aufweisen. Auf den Deckenbalken liegt im Obergeschoss ein Dielenboden, auf dem die Familie Schönfeld um die Jahrhundertwende Linoleum verlegen ließ (siehe Beitrag vom 13. Juli 2012).