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 H.J. Büse zeigt eine rekonstruierte Knagge

 

M. Pamme erläutert technische Details für Besucher

 

S. Langkafel erläutert restauratorischen Befund für Besucher

 

 

Freitag, 14. September 2012

Der Tag des offenen Denkmals ...

… in der Villa war ein voller Erfolg. 120 Interessierte aller Altersstufen waren gekommen, um sich von Bau-Fachleuten und der Museumsleiterin den aktuellen Stand der denkmalgerechten Restaurierung zeigen sowie die Planungen für die zukünftige Nutzung als stadtgeschichtliches Museum erläutern zu lassen. Außerdem war die Firma Büse Bauwerksanierung gekommen, die die Zimmermannsarbeiten in der Villa ausführt, um an einem Beispiel die kunstvolle Wiederherstellung zerstörter Schmuckelemente aus Holz zu demonstrieren. Zimmermannsmäßige Teilergänzungen und Rekonstruktionen nach Musterstücken oder Fotos sind häufig erforderlich. Originalsubstanz ist oft mit der Zeit verwittert, vermodert oder aber durch Brand und Ähnliches zerstört worden.

 

Dipl.-Ing. M. Pamme vom Architekturbüro Cornelia Lange aus Höxter, der als Bauleiter für die Villa zuständig ist, zeigte sich überrascht, wie groß das Interesse an technischen Details war. Ausführlich musste er erklären, wie die aus Brandschutzgründen erforderlichen rauchdichten Türen funktionieren oder was im Brandschutz die Anforderung T30 für Türen und Decken bedeutet. (Türen und Decken müssen 30 Minuten den Flammen standhalten.) Auch der Dipl.-Ing. W. Stratmann, der für die Villa die Heizung geplant hat, stellte sich der Neugier der Besucher. Er erklärte z.B. die Besonderheiten der Fußbodenheizung, die er für die Oberlichthalle vorgesehen hat. Sie misst zusammen mit der Isolierung und dem Estrich nur drei Zentimeter.

 

Die Museumsleiterin S. Langkafel legte in ihren Führungen den Schwerpunkt auf die zukünftige museale Nutzung der Villa. Ziel der Restaurierung ist es, das Gebäude als Wohnhaus, das es einst gewesen ist, wieder erkennbar und damit gleichzeitig zu einem Exponat des Städtischen Museums zu machen. Hierfür sind die restauratorischen Befunde am Bauwerk, die den Besuchern an vielen Stellen im Haus gezeigt werden konnten, von zentraler Bedeutung. Aber auch Erkenntnisse, die aus schriftlichen und bildlichen Quellen gewonnen werden konnten, gingen in die Restaurierungspläne ein und werden in die zukünftige Dauerausstellung einfließen. Das begehbare Exponat Villa wird zum Ausgangspunkt, um interessante Einblicke in die Geschichte Herfords im 19. und 20. Jahrhundert zu geben.