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 Teller mit Kirchen- und Fabrikdarstellung in der Mitte

 

Kirchen- und Fabrikdarstellung

 

Freitag, 19. Oktober 2012

Fabrik auf dem Teller serviert

Die Erwerbung eines neuen Exponates für die geplante Dauerausstellung ist nicht immer das Ergebnis gezielter Recherche. Anders als die Büste des Firmengründers (siehe Beitrag vom 12. Oktober) ist das Objekt, das heute vorgestellt wird, ein Zufallsfund.

 

Vor einigen Tagen brachte der Herforder Werner Seyfert den abgebildeten muschelförmigen Teller aus Steingut mit dem Kommentar ins Museum: „Ich habe hier eine etwas andere Ansicht von der Münsterkirche; vielleicht ist das ja etwas für das Museum.“

 

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass auf dem dekorativen Teller nicht nur die Kirche, sondern auch noch ein wenig von ihrem Umfeld abgebildet ist. Überraschenderweise ist es nicht das Kantorhaus oder die 1896 fertiggestellte Oberrealschule (heute VHS), sondern die Schönfeldsche Fabrik. Deutlich sind die Umfassungsmauer einer Produktionshalle, der charakteristische Treppenturm des Verwaltungsgebäudes und ein Schornstein zu erkennen. Deswegen könnte der Teller ein Exponat in der Ausstellungseinheit zur Firmengeschichte der Spinnerei in der Villa Schönfeld werden.

 

Das ansehnliche Objekt wäre aber auch eine Bereicherung für Ausstellungssequenzen zum Stadtbild mit Exkurs zum Stadttourismus. Stadtansichten und Ansichten besonderer Gebäude sind ein wichtiges Sammelgebiet des Städtischen Museums. Darstellungen, die auf Erzeugnissen der „Andenken-Industrie“, also auf Postkarten, auf Glas und Keramikprodukten, gedruckt sind, stellen eine Sondergruppe innerhalb dieses Sammlungsgebietes dar. Übrigens, Herr Seyfert erzählte, dass es diese muschelförmigen Teller auch noch mit anderen Gebäudedarstellungen gegeben habe.