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 Zwischendecke aus Glas in der Oberlichthalle

 

 

 

Freitag, 09. November 2012

Ursprüngliche Glasdecke bleibt (vorerst) ein Rätsel

Eine verglaste Zwischendecke trennt die beiden unteren Geschosse der Halle, die im Zentrum der Villa liegt, von ihrem oberen Teil im Dachgeschoss. Heute besteht diese Decke aus dem ursprünglichen hölzernen Tragwerk und mattiertem Drahtglas, das Ende 1949 von dem Herforder Glasermeister Karl Hofmann eingesetzt wurde. Wie die ursprüngliche Verglasung beschaffen war, welche Farbigkeit sie hatte, ist leider nicht dokumentiert. Durch die Glasdecke fällt Tageslicht, das durch den gläsernen Dachaufsatz in das Gebäude eintritt, und sorgt somit für die Beleuchtung des größten (55 m2) Raumes. Architektin und Denkmalschützer vermuten, dass ursprünglich farbiges Glas eine ganze eigene Atmosphäre in dem Repräsentationsraum erzeugt hat.

 

Da die Schönfeldsche Villa nach Dresdner Vorbildern erbaut wurde, schickte die Museumsleiterin Sonja Langkafel eine Anfrage an die Denkmalschutzbehörde in Dresden. In der Hoffnung, einen Anhaltspunkt dafür zu bekommen, wie die Decke vor der Drahtverglasung ausgesehen haben könnte, fragte sie, ob dort Villen mit verglasten Oberlichthallen aus der Zeit um 1875 bekannt sind. Nach eingehender Prüfung ihrer Unterlagen mussten die Denkmalschützer in Dresden leider mitteilen, dass dies nicht der Fall ist. Die Suche nach Unterlagen in Herford und nach Informationen aus anderen Orten geht also weiter.

 

Die Erneuerung der Decke war nach dem Zweiten Weltkrieg notwendig geworden, weil das Glas durch eine in unmittelbarer Nähe eingeschlagene Bombe zerborsten war. Der damalige Museumsleiter Gustav Schierholz, wies wiederholt darauf hin, „dass im Winter bei der fehlenden Heizung eine Benutzung der Halle in den meisten Fällen unmöglich sein wird, wenn der Abschluss fehlt.“ Der Brief vom 9.8.1949 an die Stadtverwaltung, aus dem dieses Zitat stammt, wurde zusammen mit weiteren Dokumenten erst vor kurzem auf dem Dachboden des Technischen Rathauses entdeckt. Die Suche ist also nicht hoffnungslos.